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Eine erhebliche Verkürzung von Trocknungsprozessen optimiert betriebliche Abläufe
Seit dem 1. Juni 2005 dürfen unbehandelte Abfälle nicht mehr auf Deponien entsorgt werden. Waste-to-Energy-Konzepte (Energie aus Abfall) verfolgen mit unterschiedlichen Technologien das gemeinsame Ziel, den Energiegehalt von Abfall für die Versorgung mit Wärme und Elektrizität zu nutzen. Für annähernd alle Waste-to-Energy-Lösungen ist die Bestimmung des Trockengehaltes der zu verarbeitenden Stoffe ein wesentlicher Bestandteil des Prozesses; sei es zur Errechnung des Heizwertes, sei es als Grundlage für die Abrechnung nach dem Gewicht. Vakuumtrockenschränke verkürzen die Trocknungszeiten um viele Stunden und leisten ihren Beitrag zu mehr Effizienz und Wirtschaftlichkeit.
Verringerung der Emissionen bei der Zementherstellung
Das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz aus dem Jahr 1996 hat unter anderem die möglichst umfassende und umweltverträgliche Nutzung der stofflichen und energetischen Potenziale des Abfalls zum Ziel. Grundsätzlich gilt: Vermeidung vor Verminderung vor Verwertung vor Beseitigung. Der Einsatz von Ersatzbrennstoffen, aufbereitet z.B. aus heizwertreichen Siedlungs- und Gewerbeabfällen, Altöl, Autoreifen, Tiermehl, Klärschlamm oder Altholz, aber auch von Biomasse wie z.B. Energieholz und anderen nachwachsenden Rohstoffen, schont das Klima und die natürlichen Ressourcen und kann zu einer erheblichen Verringerung der Schadstoffemissionen beitragen. Zunehmend setzen Zementwerke Ersatzbrennstoffe bei der Zementherstellung ein. So schwankt zum Beispiel sowohl in Deutschland, als auch in der Schweiz und in Österreich laut Angaben der Verbände der Anteil eingesetzter Ersatzbrennstoffe mittlerweile jährlich um die 50%. Aufgrund der hohen Temperaturen im Drehofen können diese Abfälle ohne die Entstehung schädlicher Abgase verbrannt werden und leisten einen erheblichen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes bei der Zementherstellung.
Wassergehalt als ein entscheidender Qualitätsparameter
Der Wassergehalt eines Brennstoffes ist eines seiner wichtigsten Qualitätsmerkmale. Ist die in den Stoffen gebundene Feuchtigkeit zu hoch, muss sie vor der thermischen Verwendung entzogen bzw. während der Verbrennung verdunstet werden und mindert daher die Nettoenergieausbeute. Der Wassergehalt beschreibt also zum einen den Energiegehalt, ausgedrückt im Heizwert, zum anderen beeinflusst er die Lagerfähigkeit. Die Bestimmung des Wassergehaltes nach der Trockenschrankmethode, also die Massebestimmung über Entzug der Feuchtigkeit durch Konvektionswärme, ist ein gängiges, anerkanntes Verfahren, jedoch mit einem entscheidenden Nachteil verbunden: Die Trocknungszeiten sind in der Praxis zu zeitaufwändig. Da die Abrechnung der angelieferten Grundstoffe idealerweise nach dem Gewicht der Trockensubstanz erfolgen sollte, müssen die Trockenzeiten erheblich verkürzt werden.
Kürzere Trockenzeiten im Vakuum
Alternativ zu den in den DIN-Normen angegebenen Trockenschränken kann im Vakuumtrockenschrank die Feuchtigkeit wesentlich schneller entzogen werden. Die Memmert GmbH führt derzeit für einen österreichischen Zementhersteller eine Versuchsreihe durch, in der die Trocknungsverläufe von Abfallschüttgut im Vakuumtrockenschrank aufgezeichnet und somit die maximalen Trocknungszeiten ermittelt werden. Bei einer angekauften Ersatzbrennstoffmenge von bis zu 30.000 t/Jahr fällt ein Feuchtigkeitsgehalt zwischen 10 und 11 Prozent erheblich ins Gewicht. Es zeigt sich, dass der gravimetrische Wassergehalt der Stoffe bereits nach wenigen Stunden aus dem Differenzgewicht errechnet werden kann und somit auch die exakte Bestimmung des Abrechnungspreises schnell möglich ist. Darüber hinaus müssen die getrockneten Stoffe für einen gewissen Zeitraum aufbewahrt werden, um auf eventuelle Belastungen untersucht werden zu können.
Alles digital geregelt im Memmert VO
Im Jahr 2000 war der Memmert Vakuumschrank VO anlässlich der Labormesse Achema erstmals in den Markt eingeführt worden. Im Februar 2008 lief das tausendste Gerät aus der Fertigung im bayerischen Büchenbach bei Schwabach. Die technischen Finessen, mit denen es in mehr als zwei Jahren Entwicklungszeit ausgestattet worden war, wie z.B. die Thermoblech-Direktheizung und die erste digitale Vakuumregelung machen es bis heute noch einzigartig. Bei kurzen Aufheizzeiten, hochpräziser Temperierung und Turbotrocknung zeigt der VO seine ganze Kraft - gleichzeitig behandelt er hitze- und sauerstoffempfindliche Stoffe und Materialien äußerst schonend.
Der direkte Kontakt zwischen Beschickungsgut und den beheizbaren, herausnehmbaren Thermoblechen garantiert die schnelle und gleichmäßige Temperierung ohne Wärmeverlust. Wie im Fall der Ersatzbrennstoffe steht das Memmert TechLab für viele individuelle Anwendungen in engem Kontakt mit dem Kunden. So ist es zum Beispiel problemlos möglich, Wägetechnik in den VO zu integrieren, mit der die Masseveränderung auf ein Zehntel Gramm genau gemessen und dokumentiert wird.