Es war nach einhelliger Meinung das härteste Rennen der Challenge-Geschichte. Viele mussten vorzeitig aufgeben, darunter auch einige Weltklasseathleten, aber die Memmert-Triathlonstaffel hatte durchgehalten.
Nach 11 langen Stunden und erlösenden sieben Minuten waren sie beim Quelle Challenge 2008 im Ziel. Christiane Riefler-Karpa als Schwimmerin zu Beginn, Ronald Mühe auf dem Fahrrad und Peter Krieger beim abschließenden Marathonlauf hatten bei strömendem Regen und kalten 15 Grad Außentemperaturen den Kampf gegen den inneren Schweinehund auch in diesem Jahr wieder gewonnen.
Wie bei kaum einer anderen Sportart schwanken die Triathleten während eines Wettkampfs in Extremen. Momente der Einsamkeit wechseln mit überwältigenden Gemeinschaftserlebnissen, die einem das Adrenalin ins Blut schießen und wieder Kraft für die nächsten Kilometer gewinnen lassen. Ronald Mühe, der wie im vergangenen Jahr als zweites Staffelmitglied nach dem Schwimmen die 180 Kilometer auf dem Rad hinter sich brachte, dachte auf der Strecke an alles mögliche, nur nicht an das, was noch vor ihm lag. Keinen unnötigen Stress aufbauen, sondern ruhig und gleichmäßig sein Tempo fahren und dabei an etwas Schönes denken, an die Familie oder Urlaub zum Beispiel, das war seine Erfolgsmethode, um sich von den Strapazen und den Schmerzen abzulenken. Die Zuschauer an der Triathlonstrecke in Roth sind dabei jedes Mal eine unschätzbare Hilfe. Wie sie einen mit ihren Anfeuerungsrufen den Solarer Berg hinauftragen, das ist schon großartig und die Atmosphäre braucht den Vergleich mit einer Gipfelankunft bei der Tour de France nicht zu scheuen. Sechs Stunden und vier Minuten benötigte Ronald Mühe dieses Jahr für seine Berg- und Talfahrt. Erneut vier Minuten besser als beim letzten Mal und das, obwohl die Witterungsbedingungen gerade für die Radfahrer ungemein hart waren.
Auch Peter Krieger, der Marathonläufer hatte seine ganz eigene Durchhaltestrategie. 3 Stunden 30 ... 3 Stunden 30 ... 3 Stunden 30 – dieses persönliche Mantra im Kopf trug ihn über die 42 Kilometer lange Laufstrecke. Bei Kilometer 20 kamen die kritischen Momente, als er dachte er sei zu schnell unterwegs und würde auf den nächsten Kilometern einbrechen, aber auch diese Phase ging vorbei und er schaffte es tatsächlich, angetrieben von den Zuschauern und seinen beiden Teamkollegen, nach exakt 3 Stunden, 30 Minuten und 2 Sekunden ins Ziel. Vervollständigt wurde das Empfangskomitee durch Peter Englisch aus der Memmert-Entwicklung und Salvatore Giurdanella aus der Büchenbacher Fertigung, der beinahe den ganzen Tag tapfer dem Regen standgehalten hatte. Er hatte nicht nur das Memmert-Team, sondern auch viele andere Sportler, darunter die Topathleten, mit seiner Kamera für die Lokalpresse begleitet.
Durchhaltevermögen, Ausdauer entwickeln, geistige Frische und Fitness, das sind Eigenschaften, die einem nicht nur beim Sport Erfolg versprechen. Christiane Riefler-Karpa, die Memmert-Geschäftsführerin, wurde von Bennie Lindberg, dem ehemaligen finnischen Profi-Triathleten und heutigen Fitnesscoach auf den Wettkampf vorbereitet. Techniktraining wechselte mit Ausdauereinheiten und Geschwindigkeitstraining ab. Mindestens ein Mal pro Woche bedeutete das frühmorgens zwischen 1600 und 3000 geschwommene Meter. Der Lohn der vielen Mühe: Vollkommen gleichmäßig zog sie ihre Kraulzüge durchs Wasser und absolvierte die 3,8 Kilometer lange Schwimmstrecke auf dem Kanal in 1 Stunde, 29 Minuten und 50 Sekunden. Trotz der frühen Stunde wurden ihr von Ralf Achtnicht und Carsten Angermeyer, unseren Experten für Entwicklung und Konstruktion vom Start weg die Daumen gedrückt.
Für jeden Menschen bergen solche Leistungen ein anderes Glücksgefühl in sich. In den Augen von Christiane Riefler-Karpa ist es vor allem diese selbstmotivierende Wirkung, die einsetzt, wenn man seine Grenzen überwindet. Bennie Lindberg drückte es in einem Interview in der Bunten einmal so aus: „Wenn man anfängt, sich zu bewegen, hat man nicht den leisesten Schimmer, welche Effekte man damit auslösen kann. Das Selbstbewusstsein wächst, Depressionen verschwinden genauso wie all die Zipperleins. Und man wird viel kreativer. Viele möchten diese Zeit mit sich selbst als Zeit der Inspiration nicht mehr vermissen. Bewegung gehört wie das Atmen zum Leben.“ Zwischen 20 und 25 Mitarbeiter nehmen inzwischen regelmäßig an den Trainingseinheiten teil, die Bennie Lindberg jede Woche für Memmert leitet. Laufen und Nordic Walken machten den Anfang, Schwimmen und Radfahren stehen als nächstes auf dem Programm. Das Work-Life-Balance-Konzept wird mehr und mehr selbstverständlicher Teil der Unternehmenskultur werden. Den Beruf und die Anforderungen durch das Privatleben miteinander zu vereinbaren, ist nicht nur für die Geschäftsführerin, sondern auch für ihre Mitarbeiter ein Ziel, an dem sie gemeinsam arbeiten wollen. Für das kommende Jahr hat das Staffelteam bereits wieder für den Quelle Challenge gemeldet. Carsten Angermeyer wird als Einzelstarter auf die Strecke gehen. Wer weiß, vielleicht werden es im Jahr 2010 schon zwei oder mehr Memmert-Teams sein, die sich der Herausforderung in Roth stellen?






