Am Abend des 10. Juli gab es fast nur glückliche Gesichter, denn wieder einmal lag ein fantastischer Triathlon-Tag hinter dem Memmert-Team. Drei Teammitglieder und begeisterte Fans konnten bei der 10. Auflage des Challenge Roth neu in der Memmert Family begrüßt werden.
Einen einzigen Wermutstropfen zählte Hanno Dietrich, Malermeister aus Schwabach, Memmert-Geschäftspartner, und Schwimmer der dritten Teamstaffel, lachend bei der Memmert Challenge-Nachbetrachtung auf: „Leider gibt es das Memmert Team-Shirt nicht in Größe XL!“ Berührt vom Teamgeist während des gemeinsamen Tages und fasziniert von dem schnellen freundschaftlichen Kontakt mit Menschen, die er vorher nicht gekannt hatte, schenkte er jedem Memmert-Athleten ein selbst vergoldetes Herz als Erinnerung.
Mit großem Gelächter wurde auch der Einstieg von Rookie Andrea Weiss in die Memmert Challenge-Tradition bedacht. Als Leistungsschwimmerin in ihrer Jugend brachte sie beste Voraussetzungen für diese Disziplin mit und hoffte auf eine Zeit von 1 ½ Stunden über die 3,8 Kilometer im Kanal.
Doch die sonst so zuverlässige Andrea kam gleich einmal zu spät zum Schwimmstart. Die Veranstalter hatten ein Einsehen und so durfte sie netterweise in der nächsten Gruppe starten. Die morgendliche Aufregung zeigte auch prompt Wirkung. Vorübergehend vergaß sie ihre Kraultechnik, wechselte zwischen Brust- und Rückenschwimmen und wollte bei 1400 Metern schon aufgeben, bis sich endlich die Nervosität legte. Nun ja, beinahe. Voll konzentriert auf ihre Bewegungen, verpasste sie dann auch noch die Wendeboje auf der Schwimmstrecke und legte geschätzte 100 Meter mehr zurück als ihre Mitschwimmer. Unvorstellbar, welche Zeit sie geschafft hätte, wenn ihr ihre Nerven nicht so übel mitgespielt hätten. Mit genau 1 Stunde und 15 Minuten war sie am Ende die beste Schwimmerin der drei Memmert-Staffeln. Nächstes Jahr bist du ein alter Hase, Andrea und dann knackst du mit ein bisschen Training die 1-Stundenmarke!
Mit dieser Spitzenzeit schickte sie Ronald Mühe, bereits zum sechsten Mal als Staffelfahrer dabei, auf die 180 Kilometer lange Radstrecke. Wie vielen anderen waren ihm die Temperaturen vor allem in der zweiten Radrunde viel zu hoch. „Ich war kurz vor dem Hitzschlag“, erzählt er, „und zwischen Kilometer 120 und 150 hatte ich einen richtigen Durchhänger. Da hilft nur noch ständige äußerliche und innerliche Erfrischung“. Und ein bisschen Ablenkung, nicht wahr Ronald? Jeder hat ja andere Methoden, sich immer wieder neu zu motivieren und Ronald erfreute sich zwischendurch an der tollen Stimmung entlang der Strecke und am reizvollen Anblick der durchtrainierten Topathletinnen. Obwohl er mit seiner Zeit von 6 Stunden und 10 Minuten nicht zufrieden war, übergab auch er als bester Radfahrer der Memmert-Staffeln an seinen Marathonläufer Carsten Angermeyer.
Der begeisterte Läufer machte dann „mit dem Wettkampf seines Lebens“ den Gewinn des internen Staffelwettbewerbs endgültig für das Memmert-Team 1 klar. „Du Monster“, rief ihm Marathon-Rookie Michelle Saim aus dem Team 3 zu, als sie sich unterwegs auf der Strecke begegneten. Der Flow hielt an und trug Carsten nach 3 Stunden und 47 Minuten ins Ziel – auch das natürlich die Tagesbestzeit aller drei Memmert-Staffelläufer. Wir gratulieren dem Team 1 ganz herzlich. 11 Stunden, 16 Minuten und 52 Sekunden sind ein fantastisches Ergebnis!
Geschäftsführerin Christiane Riefler-Karpa hatte sich erst Mitte Mai entschieden, Memmert in Roth als Einzelläuferin zu vertreten und entsprechend kurz war dann natürlich auch die Vorbereitungszeit. Aber sie weiß, dass die richtige mentale Einstellung einen auch bei großen Strapazen tragen kann. „Wenn du morgens zum Schwimmen antrittst und Dir vor Augen führst, welche Strecke jetzt noch vor dir liegt, kannst du gleich aufgeben“, meint sie schmunzelnd. Ihre Motivation hält sie mit positiven Gedanken hoch, freut sich über kurze Unterhaltungen mit anderen Athleten, über Begegnungen mit vertrauten Gesichtern entlang der Strecke, über den Geschwindigkeitsrausch bei ihrer Lieblingsdisziplin, dem Radfahren, und über die tolle Unterstützung durch die Zuschauer. „Zeigt’s den Jungs!“, hatte man ihr und anderen Teilnehmerinnen zugerufen und das ließen die sich natürlich nicht zweimal sagen.
Der Marathonlauf bei Blitz, Donner und starkem Regen entlang des Kanals, bei dem manchem Hasenfuß angst und bange geworden wäre, war für sie ein tolles Abenteuer. „Einfach cool“, kommentiert Christiane und wir anderen, die wir uns während des Gewitters ins Zelt geflüchtet hatten, können nur hochachtungsvoll unseren Hut ziehen. Der schönste Moment des Tages war dann schlussendlich nach exakt 13 Stunden und 13 Minuten der Zieleinlauf mit ihren drei Töchtern. Die Gäste des Hauses Memmert, die aus Hamburg, Kroatien, Spanien, Jordanien und sogar aus China gekommen waren, um den Challenge hautnah mitzuerleben, waren begeistert, wie eine Frau, die sich täglich so vielen Herausforderungen in Familie und Beruf stellt, auch noch erfolgreich den Challenge Triathlon absolviert und klatschten sie euphorisch ins Ziel.
Memmert-Team 2 konnte es am Ende nicht auf den Hund schieben, dass das erklärte Ziel, unter 12 Stunden zu bleiben, um 17 Minuten verfehlt wurde. Peter Englisch schwamm seine Strecke am Morgen wieder einmal völlig entspannt „mit dem Kopf“. „Wenn du dich voll auf das Rennen konzentrierst, tut’s erst hinterher weh“, meint er lachend. Trotz einer kleinen Erkältung im Vorfeld wollte er das Team nicht hängenlassen und war zum Wettkampf angetreten, der dann aber überraschend gut verlief. Zum Ende hinaus konnte er sogar noch ein bisschen Gas geben und Norbert Richter nach einer neuen persönlichen Bestzeit von 1 Stunde und 17 Minuten aufs Rad schicken.
Der kämpfte ebenso wie Ronald Mühe mit den äußeren Bedingungen. „Bei Kilometer 120 bin ich wegen der Hitze ein bisschen eingebrochen. Ich hatte leichte Krämpfe und konnte die Anstiege am Ende nur im Stehen bewältigen“, erzählt Norbert. Die australischen Didgeridoo-Bläser an der Biermeile und die Stimmung am Solarer Berg gehörten für ihn zu den beeindruckendsten Momenten während seiner beiden Radrunden. „Etwa 30 Kilometer vor dem Ziel wurde dann an einem Stimmungsnest noch meine Lieblingsmusik gespielt und hat mich beflügelt, noch einmal alles zu geben.“ Auch, wenn er seine Zeit aus dem Vorjahr nicht erreichen konnte, ist er trotzdem zufrieden mit seinem Challenge-Tag. „Hauptsache, man kommt gesund ins Ziel“, meint er, „außerdem wollte ich, dass Harald auch noch seinen Spaß hat“.
Harald ist Harald von Blumenthal und der hat eigentlich fast immer Spaß. In diesem Jahr sog er vom morgendlichen Schwimmstart an die begeisternde Atmosphäre des Challenge in sich auf, hielt sich über den Rennverlauf der Memmert-Staffeln auf dem Laufenden und sah sich am frühen Nachmittag entspannt die beiden Sieger und neuen Weltrekordler im Stadion an. Für Außenstehende ist es schwer vorstellbar, wie man es schafft, bis 16.30 Uhr die Spannung hochzuhalten, um dann noch einen Marathon zu laufen. Ist man doch als normaler Mensch zu diesem Zeitpunkt schon vom Zuschauen erschöpft.
Aber Peter Englisch bringt es auf den Punkt: „Der Harry ist ein Tier. Der schmeißt die Maschine an und rennt los.“ Bei Kilometer 21 lag Harald mit 2 Stunden und 2 Minuten dann auch gut in der Zeit und die Begegnung auf der Strecke mit Carsten und Christiane sorgte für zusätzliche Motivation. Ebenso wie die Information seiner Teamkollegen, dass zumindest der Platz 2 in der internen Memmert-Teamwertung noch zu schaffen sei. Michelle Saim vom Team 3 lag kurz vor ihm und so packte ihn noch einmal der Ehrgeiz. Locker lief er sein Tempo weiter, nahm in Haimpfarrich die Innenkurve und zog an Michelle vorbei. Der Rest der Strecke wurde mithilfe von Cola bewältigt und Harald konnte nach 4 Stunden und 20 Minuten gemeinsam mit seinem Team ins Stadion einlaufen.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Matthias Grosser schon lange geduscht. Auch er war etwas angeschlagen in sein zweites Einzelrennen über die Langdistanz gegangen, hatte sich jedoch im Kanal und auf der Radstrecke in glänzender Verfassung gezeigt. Ohne auf seine Durchschnittsgeschwindigkeit zu achten, ließ er es einfach laufen und ging nach einer Radzeit von 4 Stunden und 47 Minuten auf die Marathonstrecke. Aufgeregt verfolgten die Memmert-Fans die Livezeiten. Wenn er so weiter machte, wäre eine Top-50-Platzierung und eine Zeit unter 9 Stunden im Bereich des Möglichen.
Lange Zeit war Matthias in der Nähe der Neuseeländerin Belinda Harper gewesen, die am Ende mit 9 Stunden und 6 Minuten als viertschnellste Frau finishte. „Ab Kilometer 10 auf der Laufstrecke war’s vorbei“, resümiert Matthias. „Es war sehr heiß und ich habe mich am Marktplatz in Roth sogar ein paar Sekunden zur Abkühlung unter den Brunnen gestellt.“ Mit 9 Stunden, 16 Minuten und 52 Sekunden stellte Matthias eine neue persönliche Bestzeit auf und belegte insgesamt Platz 98. Super gemacht, Matthias! Wir sind stolz auf dich!
Die Memmert Staffel 3 begann mit Hanno Dietrich als Schwimmer. Bereits zum 5. Mal war er in einer Staffel angetreten, kannte also die Bedingungen am Kanal in und auswendig. Sein Ziel, in den Bereich von einer Stunde und 10 Minuten zu kommen, gibt der begeisterte Sportler, der von Tennis über Segeln bis hin zum Kunstradfahren schon beinahe jede Sportart in seinem Leben betrieben hat, trotz eines schwierigen Rennens am Sonntag dennoch nicht auf. „Ich hatte ungefähr 1100 Meter vor Schluss Krämpfe und musste kurz ans Ufer raus“, erzählt Hanno nach dem Rennen. „Dann konnte ich leider nicht mehr angreifen, sondern nur noch durchschwimmen. Aber jetzt habe ich wenigstens wieder eine Aufgabe fürs nächste Jahr“, ergänzt er schmunzelnd.
Ralf Achtnicht ging, wie es seinem Wesen entspricht, ruhig und entspannt zum ersten Mal auf die Radstrecke. In den Vorjahren war er bereits einige Male als Staffelschwimmer angetreten, aber seine Liebe galt immer dem Radsport. Der begeisterte Hobbyfahrer erreichte am Ende mit 6 Stunden und 13 Minuten, wie von ihm vorher geschätzt, eine Zeit zwischen 6 Stunden und 6:30. Unterwegs hatte er ein paar Mal Ronald Mühe aus dem Team 1 getroffen, denn mal war der eine schneller, mal der andere und man konnte ein paar aufmunternde Worte miteinander wechseln. Besonders beeindruckt war Ralf von der Verpflegungsstation der Bundeswehr in Eckersmühlen. „Die Jungs und Mädels machen das echt super“, meint er. Die Stimmungsnester und die vielen Anfeuerungsrufe unterwegs, die auch in der zweiten Runde noch kräftig zu hören waren, haben ihn zusätzlich motiviert, denn als Schwimmer ist man ja vor allem mit sich und seinen Gedanken alleine auf der Strecke.
Den Abschluss im Team 3 machte Michelle Saim, der noch nie zuvor in seinem Leben einen Marathon absolviert hatte. Das Minimalziel, durchzukommen, wurde erreicht, aber so anstrengend hatte er sich den Lauf über 42 Kilometer vorher nicht vorgestellt. „Wenn’s richtig wehtut, macht’s erst richtig Spaß“, hatte ihm Matthias Grosser vor dem Rennen als Mutmacher mit auf den Weg gegeben. So ganz ist Michelle noch nicht in der Welt des Ausdauersports angekommen, denn er hatte sich unterwegs mehrmals gewünscht, jetzt daheim auf seiner Couch zu sein. Der Wille, das Team nicht im Stich zu lassen, brachte ihn nach 5 Stunden und 2 Minuten dann aber doch ins Ziel. Dass du dich bis zum Ende durchgebissen hast, Michelle, rechnen wir dir ganz hoch an! Hanno Dietrich hat übrigens heute noch Muskelkater, weil er deinen Zielsprint mitgehen musste.
Der dritte Memmert-Einzelstarter, Mario Giurdanella, musste leider auf der Marathon-Strecke wegen starker Schmerzen in der Leiste aufgeben. Wir hoffen sehr, du hast keine schlimme Verletzung davongetragen, und wir alle wünschen dir schnelle Genesung, Mario!
Tausende freiwilliger Helfer sorgten auch in diesem Jahr wieder für die Verpflegung der Athleten, halfen den Schwimmern aus dem Wasser oder legten die Wäschebeutel bereit. Auch viele Memmert-Mitarbeiter waren an der Strecke mit dabei. An dieser Stelle auch an sie ein großes Dankeschön!
Den Höhepunkt des gemeinsamen Tages bildete wie in jedem Jahr das gigantische Feuerwerk über dem Rother Zieleinlauf. Gemeinsam stießen Memmert-Athleten, Gäste und Fans mit einem Gläschen Champagner auf das wunderschöne Erlebnis, die tollen Leistungen der Sportler und auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr an.



















