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Inbetriebnahme neuer Stanz-Biege-Linie

Am 29. Juli 2010 nahm Memmert offiziell die modernste Stanz-Biege-Linie Europas in der Fertigung Büchenbach in Betrieb. Mit insgesamt 3 Mio. Euro ist dies gleichzeitig eine der größten Investitionen in der Firmengeschichte.

Christiane Riefler-Karpa dankt den Mitarbeitern

„Wir rechnen damit, dass diese für unsere Verhältnisse große Investition mindestens zwanzig weitere Jahre rund um die Uhr unsere anspruchsvollen Erwartungen erfüllen wird“. Dieser Satz in der Rede der Geschäftsführerin Christiane Riefler-Karpa besaß für alle Anwesenden an diesem  Abend große Bedeutung. Den Mitarbeitern, denen sie ausführlich für ihre Mitwirkung bei den Veränderungsprozessen der vergangenen Jahre dankte, gab sie damit die Sicherheit, dass sich die Zukunft der Firma weiterhin von den Standorten Schwabach und Büchenbach aus entwickeln wird.

Eine Tatsche, die auch Landrat Eckstein und Büchenbachs Bürgermeister Helmut Bauz  in ihren Ansprachen gebührend würdigten. Zählt Memmert mit rund 150 Mitarbeitern doch zu den wichtigsten Förderern von Wachstum und Arbeitsplätzen in der Region.

Landrat und Bürgermeister würdigen Investition

Landrat Eckstein zollte dem Mut, mit dem Memmert den Herausforderungen in seinen Märkten begegnet, seinen Respekt und wünschte der Firmenchefin und der gesamten hervorragend motivierten Belegschaft, dass die Memmert-Philosophie hoffentlich immer damit belohnt werde, dass die richtigen Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt getroffen würden.

Büchenbachs Bürgermeister Bauz hob in seiner Ansprache hervor, man könne wohl von der Memmert-Familie sprechen, wenn man die vielen anwesenden ehemaligen Mitarbeiter sähe und man miterleben könne, wie Mitarbeiter nach 46 Arbeitsjahren in den Ruhestand verabschiedet würden.

Er drückte seine Freude darüber aus, dass Memmert in Büchenbach sei und auch bleiben würde und überreichte Christiane Riefler-Karpa eine Luftbildaufnahme von 1953, auf der das Memmert-Gelände noch in seiner Ursprünglichkeit zu sehen ist, als Geschenk.

Wettbewerbsfähig am Standort Deutschland

Die neue Stanz-Biege-Linie unterstreicht eindrucksvoll, dass es möglich ist, in Deutschland wettbewerbsfähig zu produzieren. Christiane Riefler-Karpa schilderte die betrieblichen Veränderungen die im Rahmen des 2-jährigen WOF-Projektes (Wertstromoptimierte Fertigung), das in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart durchgeführt wurde. Man wollte noch schneller auf Wünsche nach individueller Geräteausstattung eingehen können, möglichst viele Neuentwicklung zügig in die Serienfertigung überführen und vor allem  wesentlich schneller als in der Vergangenheit liefern. Daher wurden neue Maschinen gekauft, ein hochmodernes Prüffeld für die Endkontrolle der Geräte geschaffen, neue Produktionsabläufe eingerichtet sowie die Arbeitsplätze produktiver und gleichzeitig ergonomischer gestaltet.

Christiane Riefler-Karpa dankte im Besonderen noch dem technischen Leiter Carsten Angermeyer für sein Engagement bei der Umsetzung des WOF-Projektes, bevor sie abschließend die multikulturelle Zusammenarbeit bei Memmert in Anlehnung an die Antrittsrede des neuen Bundespräsidenten Christian Wulff würdigte. Das Memmert-Team sei wie die deutsche Nationalmannschaft und noch viel mehr. Hier träfen türkisches Dribbling, preußisches Pflichtgefühl, schwäbische Gründlichkeit, italienische Lebensart, griechische Kreativität, vietnamesischer Fleiß, kroatische Sorgfalt, serbische Aufmerksamkeit, thailändische Tüftelei, brasilianisches Temperament, spanisches Erfolgsstreben, polnische Treffsicherheit und natürlich sehr viel fränkische Technikbegeisterung, Ideenreichtum und Fleiß zusammen. Die Fußball-Analogie war auch deswegen besonders treffend, weil zwei Stunden zuvor der eigene Memmert-Fußballplatz in Büchenbach sein erstes Spiel erlebt hatte.

Die modernste Stanz-Biege-Linie Europas steht in Büchenbach

Carsten Angermeyer übernahm am Ende des offiziellen Teils die Vorstellung der neuen Maschine und die Begeisterung war ihm in jeder Sekunde anzumerken. Ca. 2.500 Blechteile für die Gehäuse der Memmert-Geräte können täglich auf der 36 Meter langen Anlage geschnitten, gestanzt und gebogen werden. 11 Sattelschlepper waren notwendig gewesen, um Anlagenteile, die bis zu 21 Tonnen wiegen, anzuliefern. Das Dach der Halle war ausgebaut und ein Betonfundament gelegt worden, die Mitarbeiter mussten geschult werden und so dankte Angermeyer ausdrücklich Architekt Damovsky und den beteiligten Firmen Salvagnini, Mangelberger und Riedel&Menzel sowie dem Fertigungsleiter, den Maschinenbedienern, dem Programmierer  sowie dem gesamten Projektteam.  
Im Lagerturm der Stanz-Biege-Linie können 40 Tonnen Edelstahlblech gelagert werden. Die Anlage selbst besteht im Wesentlichen aus einer Stanz-Schere-Kombination mit 50 Werkzeugen, einem Manipulator zum Wenden der Bleche, einem Kleinteilekarussell, einem Abfallkarussell,  einer Biegezelle mit Vorreinigung und Entgratung sowie diversen Ablagefächern für die fertigen Teile. Das Herzstück der Anlage ist das zentral angeordnete Portal, das die Stanzteile nach Größen sortiert zwischenlagert und je nach Bedarf und Auftragspriorität der Biegezelle zur Verfügung stellt. 


Flexibilität und Variantenvielfalt

Angermeyer erläuterte, dass man mit 60 bis 85% Zeitersparnis pro Blechteil rechne, bei gleichzeitig größtmöglicher Flexibilität. Sonderwünsche könnten nun ohne Veränderungen des Produktionsablaufs problemlos integriert werden, da die neue Anlage auch bei einer Stückzahl von 1 rentabel arbeite. Betriebswirtschaftliche Vorteile wären darüber hinaus Einsparungen bei Logistik und Platzbedarf sowie die Verschnittreduzierung um 50%, die bei den derzeitigen Preisen für Edelstahlbleche nicht nur der Umwelt nütze, sondern auch erhebliche Kosteneinsparungen bedeute.

Die anwesenden Führungsmitarbeiter des italienischen Herstellers Salvagnini, der sich selbst als Weltmarktführer für kundenspezifische Gesamtlösungen für die Blechbearbeitung sieht, erläuterten im Gespräch noch die Einzigartigkeit der neuen Memmert-Anlage. Die Kombination aus dem hohen Automatisierungsgrad, der beinahe grenzenlosen Flexibilität sowie der Intelligenz der Steuerungssoftware, die über zwei Jahre hinweg mit Memmert gemeinsam entwickelt worden sei, setze Maßstäbe innerhalb Europas und über die Grenzen Europas hinaus. Dass das, noch vom Firmengründer Willi Memmert entwickelte Gleichteileprinzip zur Leistungsfähigkeit der Anlage in erheblichem Maße beiträgt, wollte Salvagnini nicht unerwähnt lassen.

Nachdem Carsten Angermeyer den „Startschuss“ zur Inbetriebnahme der Anlage gegeben hatte, konnten die anwesenden Gäste ausführlich Fragen stellen, bevor es dann zum geselligen Teil überging, auf dem die Band The Black and White Company für Stimmung sorgte.